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Frankfurt am Main/Berlin. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) jetzt berichtete, soll das deutsche Heer grundlegend umstrukturiert werden. In einem Vorabbeitrag am gestrigen Donnerstag (6. April) schrieb Marco Seliger in der FAZ-Onlineausgabe, das Bundesministerium der Verteidigung plane für die NATO drei voll aufgestellte Heeresdivisionen. Dabei soll es sich um zwei einheitlich schwere Divisionen und eine einheitlich leichte Division handeln. Der Hauptbeitrag von Seliger „Der Kalte Krieg lässt grüßen“ erschien am heutigen Freitag im Magazin Frankfurter Allgemeine Woche. Der Autor beruft sich dabei auf Pläne, „die der Redaktion vorliegen“. Diese sollen, so heißt es im Beitrag, auf dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister im Juni offiziell der Allianz vorgelegt werden. Das Ministerium hat sich auf unsere Nachfrage hin von der Story distanziert. Hier handele es sich lediglich um „einen bunten Strauß von Meinungen und Wünschen“, so ein Ministeriumssprecher.

Laut FAZ benötige das Heer für die geplanten drei voll aufgestellten Divisionen insgesamt 27 zusätzliche Bataillone. „Der damit verbundene Aufwuchs an schweren gepanzerten Truppen, Ausrüstung, Personal und vermutlich auch Standorten dürfte nach Ansicht von Bundeswehrexperten deutlich teurer werden als die Investitionen in die Cyberabwehr“, mutmaßt Seliger.

In Zukunft laut Planungen wieder bedeutend mehr Artilleriebataillone?

Den größten Zuwachs wird offenbar nach den von der FAZ zitierten Planungen die Artillerie verzeichnen können. Im Beitrag heißt es dazu: „Nach dem Kalten Krieg wurde sie von knapp 40 auf drei Bataillone zusammengestrichen. Für Einsätze wie in Afghanistan spielten Geschütze, die Munition über Dutzende Kilometer weit verschießen können, keine große Rolle mehr. Durch die zunehmende Konfrontation mit Russland hat sich das wieder geändert. Künftig soll es 14 Artilleriebataillone geben.“

Seliger macht darauf aufmerksam, dass die Planungen weitreichende Folgen für die Beschaffung und die Personalstruktur hätten. Für die insgesamt 27 zusätzlichen Bataillone müssten Kampf- und Schützenpanzer, Geschütze, gepanzerte Fahrzeuge und weiteres Gerät gekauft werden. Es würde sich um die siebte Strukturreform des deutschen Heeres binnen 25 Jahren handeln. Auch rechneten Militärexperten damit, so der Autor, dass sich der zusätzliche Personalbedarf langfristig nur durch die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für Männer und Frauen decken ließe.

Mögliche Fähigkeitsforderungen der NATO an ihre Mitgliedsstaaten

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums heute gegenüber dem bundeswehr-journal erklärte, „gibt es keine Pläne für eine Veränderung der Grundstruktur des deutschen Heeres und auch keine Pläne für eine Veränderung des Stationierungskonzepts“.

Denkbar sei, dass die von der FAZ zitierten Papiere mit NATO-Planungen, die langfristig angelegt seien und über das Jahr 2032 hinausgingen, zu tun hätten. Dieser Verteidigungsplanungsprozess des Bündnisses beinhalte unter anderem einen Abgleich des Fähigkeitsbedarfs mit den vorhandenen und geplanten Fähigkeiten der Mitgliedsstaaten und führe später zu einem Fähigkeitskatalog und zu entsprechenden Fähigkeitsforderungen. Im Ministerium selbst gebe es noch keinerlei Entscheidungen zu zukünftigen möglichen Fähigkeitsforderungen der Allianz.


Das Freitagsmagazin Frankfurter Allgemeine Woche berichtete in seiner Ausgabe 15/2017 über Pläne, das deutsche Heer grundlegend umzustrukturieren. Der Journalist Marco Seliger schreibt in seinem zweiseitigen Beitrag (siehe Bild), Deutschland wolle künftig „drei voll aufgestellte Heeresdivisionen in das NATO-Bündnis einbringen“. Warten wir es ab …
(Fotos: mediakompakt)


Kommentare

  1. Jens-Uwe Klein | 13. April 2017 um 16:36

    Ein Staat ist in erster Linie dafür zuständig, die äußere und innere Sicherheit zu gewährleisten. Die Bürger des Staates sollten daran ein großes Interesse haben und auch ihren Beitrag dazu leisten. Daher war die Abschaffung der Wehrpflicht und die Reduzierung unserer Verteidigungsfähigkeiten einer der größten strategischen Fehlentscheidungen, die von politischer Seite herbeigeführt wurden. Ein schneller und konsequenter Wiederaufbau unserer Verteidigungsfähigkeiten ist absolut notwendig, da die Welt offenbar doch kein großer Ponyhof ist.

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